Hippo1233’s Weblog

Mein Senf zu allem möglichen, Meinung hat nur, wer diese auch äußert!

Unvergesslich, beeindruckend, formidable oder auch „ohne Worte“

Verfasst von hippo1233 am 22 April, 2009

Konstantin Wecker war am Dienstag, dem 21.4.2009 im  Gasteig in der Philharmonie zu Gast, zusammen mit dem Spring String Quartett und ich war überwältigt.

Doch der Reihe nach, wie der „Deife“ die Bauern holt, sagt man in Bayern!

Zu Beginn kam mir spontan frei nach Ulrik Remy “Es sind stets die selben Leute, und man trifft sich hier und heute, ja so genießt man dann zusammen, was jetzt dargeboten wird“ in den Sinn, denn  es sind immer die überwiegend gleichen Verdächtigen bei einem Weckerkonzert.

Es begann mit “ San koane Geign da“ und während des Vortrags kamen  - wie man auf den ersten Blick meinen konnte – mit schwarzen Anzügen maskierte “Hells Angel“ auf die Bühne, aber es war das oben erwähnte Quartett und  die Runde wurde von  Jo Barnikel komplettiert.

Richtig los ging es mit “Leben im Leben“ , dem “Liebeslied“, “Ich liebe diese Hure“, -ein Text, den nur verfassen kann, der voll Selbstvertrauen in sich selber steckt – mit  “Was tat man den Mädchen“ und “Genug ist nicht“, dem ein bissiger, sehr treffender Seitenhieb zur momentanen Wirtschaftskrise und ihren Ursachen voranging, gegen Ende dieses Liedes improvisierten Konstantin und Jo in altbewährter Weise.

Manches Ehepaar wäre froh, wenn sie eine solche Form des blinden Zusammenspiels erleben könnten und währenddessen fragte ich mich wann endlich der Einsatz des Quartettes  käme, dies wurde mehr als beeindruckend von den Vieren beantwortet, ich hätte mir nie träumen lassen einmal zu einem klassischen Streichquartett spontan „Bravo“ zu rufen, aber es war der Fall, ich war nicht der einzige, die Philharmonie bebte, so begeistert waren die Zuhörer.

Gasteig1

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bleib nicht liegen“, “Frühling wird´s“, und der “Liebesflug“ führten das Publikum wieder behutsam an das Thema des Abend die “Liebe“ heran und bevor es in die Pause ging wurde es mit “Oma“ wieder ein bisserl sozialkritisch und etwas revolutionärer , wie man es halt von solch einem Event gewohnt ist.

 Nach der Pause kam zuerst  das SSQ allein auf die Bühne und trugen ihr Stück “Mondoline“ im Ausklang der Töne trug Konstantin dann sein Gedicht “Du liebst“ währenddessen, wie es seine bescheidene Art ist Jo auf die Bühne kam, gemeinsam intonierten sie das “Liebeslied im alten Stil“, “Tango Joe“, hier erwähnenswert der  Stehgeiger mit Hut und die Tangoparodie von Konstantin, fast perfekt wie in einem Etablissement der 20er Jahre.

Die Version der “weißen Rose“ hat mich zutiefst beeindruckt, ich persönlich bewundere ja engagierte junge Leute, die eine eigene politische Meinung haben, doch leider sind es heutzutage nur Karriere- und Machtgier durchgestylte, angepasste Typen, die dies als Chance zum Beginn des großen Abkassieren nach dem Motto:“jedem das Seine, mir das Meiste“ sehen.

Faszinierend war dies Erlebnis für mich auch aus folgendem Grunde, zum ersten Mal seit langem konnte ich auf einem Klangteppich schweben, völlig losgelöst entgleiten in eine Welt irgendwo zwischen hier und irgendwo, wie  genial ausdrückte: “ den schönen Nervenkitzel der Verwirrung, dieses spacige Glühen* zu fühlen“.

Zuletzt erlebt anno 67-68 mit BEE GEES Hits wie “ I’ve Gotta Get A Message To You“, “ Massachusetts“, “ Words“, oder unvergleichlich Scott McKenzie`s “ San Francisco“!

Das war, zumindest damals, Musik aus einer anderen Welt, Musik die frei machte, träumen, schweben zuließ, ganz ohne Drogen.

Konzert im Gasteig



Eine Antwort zu “Unvergesslich, beeindruckend, formidable oder auch „ohne Worte“”

  1. Armin Rhode sagte

    Ein wirklich schöner Blog Artikel, mein Kompliment! Hat mich richtig neugierig gemacht und werde mal Ausschau halten nach dem Spring String Quartett…

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